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1957...66

1.  Wanderschaft: Frankreich, Italien

Nach der Sekundarschulzeit war ich in einer misslichen Lage. Nach einem Urteil des Jugendgerichts Wil wegen bandenmässigem Diebstahl erwartete mich die zwangsmässige Versetzung in eine Fremdfamilie.


Weil ich dazu keinen Bock hatte und auch sonst nicht wusste was ich tun oder mit meinem Leben anfangen sollte, beschloss ich, Vagabund zu werden, packte Zelt, Biwaksack, Kochgeschirr und andere Kleinigkeiten in den Armeetornister meines Vaters und wanderte gegen Frankreich.


Erstes Etappenziel war Genf. Es war wohl der härteste Teil der Reise, weil ich keine Ahnung vom Vagabundenleben und von Autostop hatte. Mehr schlecht als recht trampte ich durchs Mittelland und dann dem Jurasüdfuss entlang nach Südwesten; stets nach Essbarem Ausschau haltend und gegen Abend nach einem trockenen Schlafplatz.


2.  Dezlhofer Niederbüren: Huf- und Wagenschmied


ehemalige Dorfschmiede

Schmiedewerkstatt

Der Huf- und Wagenschmied des Dorfes Ernst Dezlhofer und seine Frau nahmen mich ca. 1960 bis 1962 grosszügigerweise als Hilfsarbeiter in die Schmiede und zum Essen auf.
Frau Dezlhofer war eine phantasievolle und begnadete Köchin und Gemüsegärtnerin. Der Esstisch war stets überladen mit Schüsseln und Platten für Suppe, Brot, Fleisch, Gemüse, Früchte, Käse, Yoghurt für sechs bis acht schwer arbeitende Menschen. Nach zwei Stunden Morgenarbeit (meist Schmieden) gab es Frühstück, um zwölf Uhr Mittagessen.


Schmiedewerkstatt

Die Dorfschmiede war der Ort für das Beschlagen von Pferden, Wagenbau sowie alle Metallarbeiten in der Umgebung inklusive die Installation von Wasserleitungen zum Tränken der Tiere und Vakuumleitungen für die ersten Melkmaschinen.


Anfangs waren die Geräte und Maschinen verwirrend für mich. Mein Meister brachte mir ihren Gebrauch mit Geduld nach und nach bei, obwohl ich zwei linke Daumen hatte.
Im Winter gab nur die Esse ein wenig Wärme in der Werkstatt. Deshalb hatte Meister Dezlhofer einen Ofen fabriziert, der als Brennstoff Sägemehl verwendete. Es genügte, beim Wagner nebenan eine Schubkarre voll zu holen, den Ofen zu füllen und anzuheizen. Nach etwa einer Stunde wurde es warm im Raum.

2.1  Hufe beschlagen



Das Beschlagen von Pferdehufen mit meist selbstgemachten Hufeisen war die Handwerkskunst des Meisters: eine sehr heikle Angelegenheit, von der er mir erzählte, wenn ich das Bein eines Gauls zum Beschlagen aufhalten durfte. Vom Körperlesen des Pferdes über das Beschneiden des Hufes, der Wahl, Fertigung und Anpassung des Eisens bis zum Annageln und dem "Verputzen" des beschlagenen Hufes erforderte grosse Sachkenntnis.

2.2  Mähmesser schleifen


Mähmaschine

Mähmesserschleifer

Im Frühling und Sommer war meine Hauptbeschäftung das Nachschleifen von Mähmessern. Das war eintönig, verlangte aber Aufmerksamkeit um die Schneiden beim Schleifen nicht zu überhitzen.


Bei Bedarf waren abgenutzte oder beschädigte Messer zu ersetzen: Niete ausbohren, neues Messer einsetzen und vernieten, Messerbalken kontrollieren und ggf. richten.

2.3  Autogenschweissen


Sauerstoffflaschen

Karbidentwickler

Zum Brennschneiden, Autogenschweissen und Hartlöten verwendete man Acetylengas C2H2 und Sauerstoff O2.

Das Acetylengas wurde in einem Karbidentwickler aus Kalziumkarbid CaC2 und Wasser H2O gebildet:

CaC2 + H2O => C2H2 + CaO (Aetzkalk) ->

Der Aetzkalk verbindet sich mit dem reichlich vorhandenen Wasser zu gelöschtem Kalk.

CaO + H2O => Ca(OH)2 (Calziumhydroxid)

Den Sauerstoff bezog man aus Sauerstofflaschen die grosse Mengen verflüssigtes Sauerstoffgas unter hohem Druck (ca. 200Bar) enthalten.

Bei allen gasgestützten Verfahren wird das Brenngas mit dem Sauerstoff vermischt und durch eine Düse geführt und angezündet. Die hohe Flammentemperatur schmilzt zumindest eines der beteiligten Metalle.

Brennschneiden


Schneidbrenner

Brennschneiden

Beim Brennschneiden ist in der Mitte der Flamme (die das Metall schmilzt) ein Sauerstoffstrahl plaziert, der das Metall nach dem Schmelzen zu Metalloxid verbrennt und es aus dem Schneidspalt herausbläst.


Hartlöten


Hartlöten

Hartlöten


Autogenschweissen


Autogenbrenner

Autogenschweissen


2.4  Elektroschweissen


2.5  Rohrleitungen legen

2.6  Zäune fertigen

In einem Winter hatten wir den Auftrag einen Zaun um den Kirchplatz der neu renovierten Pfarrkirche anzufertigen: ca. 1m hoch und ca. 70m lang. Es war eine endlose Arbeit zwischen Sägen der Eisenstangen, Elektroschweissen der Einzelteile und Verputzen (Schleifen). Am Ende wurden die Teile zum Feuerverzinken und anschliessenden Brünieren gegeben und dann auf die Kirchofmauer eingedübelt.
Als ich das letzte mal (nach beinahe fünfzig Jahren) dort war, konnte ich das Werk nochmals bewundern, weniger gealtert als ich selbst.

2.7  Meissel nachschmieden



Im Herbst und Winter war meine Hauptbeschäftigung das Nachschmieden von Meisseln. Die Bauleute brachten sie kistenweise.
Mein Meister brachte mir bei, wie man das machte:

  • wärmen des Eisens bis zur hellen Rotglut (850-900 °C) in der Esse
  • ausschmieden der Form auf dem Amboss
  • härten des Stahls durch Eintauchen der Spitze ins Wasserbad für wenige Sekunden

  • schleifen der Flächen an der Schmirgelscheibe
  • beobachten der geschmirgelten Oberfläche: Wenn die Anlassfarbe von hellblau zu kornblumenblau wechselte (320-300 °C):
  • anlassen der Spitze für einige Sekunden im Topf mit Darmfett (vom Metzger nebenan)
  • auskühlen lassen
  • später eine Spitze oder Ecke kräftig in die Seite des Ambosses schlagen

Wenn die Spitze nachher deformiert war: zu wenig gehärtet. Wenn sie abbrach: zu stark gehärtet. Beidenfalls die Prozedur wiederholen.


2.8  Wagenbau


2.9  Motor überholen


3.  Wanderschaft: Türkei

  • Jugoslavien
  • Bulgarien
  • Istanbul
  • Ankara
  • Ephesus
  • Griechenland


4.  Benninger Niederuzwil: Zahnradfräser


5.  Wanderschaft: Kaukasus


6.  Bühler Niederuzwil: Lehre als Maschinenzeichner

6.1  Grundkurs: Strotz

6.2  Fremdfamilie

6.3  Entwicklung Mühlenbau

6.4  Patentbüro: Levi

6.5  Transportentwicklung: Gander

6.6  Entwicklung Teigwarenherstellung: Locatelli

6.7  Lehrlingszeitung

7.  Englandreise

  • Ulm
  • Calais
  • London
  • Cornwall, Pencance
  • Dover
  • Calais
  • Bruxelles
  • Köln
  • Frankfurt
  • Stuttgart
  • Singen
  • Friedrichshafen
  • St. Gallen

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