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Präsentation Bianca und Peter

.html .pdf .php zum Fest vom 12. Juni 2010

Die Idee zu diesem Tag ist aus dem Wunsch geboren, unseren KollegInnen, FreundInnen und StudentInnen die Geschichte unseres Unternehmens und unserer Laufbahn zu erzählen.
Es sind beinahe dreißig Jahre, seit wir uns gemeinsam dieser Tätigkeit und damit verbundenen Projekten widmen, einer Arbeit die Sie alle kennen, sowohl in den Studios von Lugaggia und Locarno, wie auch über unsere Website. Es ist deshalb müssig darüber Worte zu verlieren, weil es schwierig ist - und oft nutzlos - sich selber vorzustellen: was wir tun ist die beste Visitenkarte. Hier möchten wir Ihnen hingegen eine Vorstellung von unserem Werdegang geben.
Vor allem müssen wir immer wieder betonen, dass wir keine Heiler sind, auch wenn das der gebräuchliche Begriff wäre, sondern Pfleger. Wir pflegen, die Natur heilt[1].
"Pflegen" ist ein Begriff mit vielen Facetten; bedeutet nicht nur "die geleistete Arbeit des Arztes oder das Zusammenspiel therapeutischer Mittel", sondern auch Aufmerksamkeit, den richtigen Blick, Achtsamkeit, Zuhören, Zuwendung, Fleiss. Es bedeutet, mit beharrlicher Anstrengung ein Vorhaben zu verfolgen, eine Tätigkeit auszuüben, sich um etwas oder jemanden zu kümmern.
Man spricht davon Patienten zu pflegen, die Kinder, das Haus, die Alten, sein Steckenpferd, sogar Bücher pflegt man. Pflegen ist keinesfalls unsere Besonderheit; vielmehr die Weise zu pflegen.
Wir pflegen, deshalb versuchen wir im Rahmen unserer begrenzten Möglichkeiten - ohne in ärztliche Tätigkeiten einzugreifen, unseren Klienten körperliche und geistige Unterstützung zukommen zu lassen, damit es ihnen besser geht.
Wir versuchen zu ihnen zu sprechen und ihnen - über eine kurze Zeitspanne - Verhaltensregeln zu geben, die unsere Arbeit am Körper wirkungsvoll ergänzen. Wir hören ihnen zu und können ihnen meistens etwas empfehlen. Schliesslich schlagen wir ihnen gegebenenfalls pflanzliche Heilmittel vor, die wir hier im Tessin in Handarbeit selber herstellen können.
Im Kern - wie es auch unser Logo sagt - berufen wir uns vorwiegend auf drei Dinge: die Berührung, das Wort, das Heilmittel, die nichts anderes sind als die drei klassischen Säulen der traditionellen mitteleuropäischen Volksmedizin.
Unter "Berührung” verstehen wir das, was normalerweise unter dem Namen "Körperarbeit oder Massage” läuft.
In diesem Sinn hat unsere Ausbildung mit dem Lernen und Praktizieren der gängigen Körpertechniken angefangen, die Sie in unserer Beschreibung mit dem Titel Le nostre Cure finden. Je nach Situation und Bedürfnis der KlientInnen kombinieren wir diese.
Während all dieser Jahre ist uns auch klar geworden, wie wichtig das Zuhören ist - unsere Klienten haben oft einen langen Leidensweg mit der institutionellen Medizin hinter sich.
Es ist notwendig eine Reihe von Schritten nacheinander zu machen, die einerseits die Klienten beruhigen, andererseits brauchen wir manchmal zusätzliche Abklärungen und ausserdem Kenntnisse der persönlichen und familiären Problematiken. Weit davon entfernt Psychotherapie anbieten zu wollen erlaubt uns das, die Ursachen, welche die Klienten dazu gebracht haben uns aufzusuchen, herauszufinden.
Aus diesen Gesprächen, durch einen Satz oder einen Vorschlag, entwickelt sich häufig ein vertrauensvoller Dialog, der es gestattet, eine Beziehung mit der Person aufzubauen und ihr nach und nach aufzuzeigen, wie sie sich selbst helfen kann.
Hauptziel solcher Vorschläge ist - ebenfalls ein Prinzip der Volksmedizin - die Klienten nicht abhängig von uns machen, sondern sie dazu zu befähigen, ihre eigenen Gebrechen, Krankheiten, täglichen chronischen Schmerzen ohne fremde Hilfe in den Griff zu bekommen.
Leider gibt es auch immer wieder Situationen, in denen man nichts oder fast nichts ändern kann, aber auch in diesem Fall kann eine Therapie eine Erleichterung sein und die Schmerzen - entweder durch Massage oder durch nichtinvasive Heilmittel - erträglicher machen.
So ist auch das Wort ein wichtiger Pfeiler unserer Therapie geworden und manchmal sind Worte zusammen mit einem herzlichen Lachen ebenfalls pflegend.
Was die Heilmittel angeht, haben wir uns seit unseren Anfängen an der traditionellen europäischen Volksmedizin orientiert.
Über den Mangel, um nicht zu sagen die Abwesenheit schriftlicher Quellen waren wir uns von vorneherein im klaren - traditionelle Volksmedizin beruht wahrscheinlich fast ausschliesslich auf mündlicher Überlieferung.
Die alte Kultur unserer Volksmedizin ist dabei zu erlöschen. Deshalb möchten wir diese zeitgenössische mitteleuropäische Volksmedizin auch schriftlich weitergeben und gleichzeitig die Möglichkeit eines Praktikums schaffen: "wissen" bedeutet "zu wissen, wie man/frau es macht".
Im Jahre 1994 hat eine neue Phase unserer Zusammenarbeit begonnen - nicht weniger anspruchsvoll als die Körperarbeit und parallel dazu.
Über einen Zeitraum von mehr als 20 Jahren hat unsere Mannschaft das gesamte didaktische Material um Volksmedizin zu lernen zusammengetragen, hat Texte für die KursteilnehmerInnen herausgegeben und einen Site geschaffen, der bei der Suchmaschine Google - unter "Medicina popolare" - auf dem ersten Platz steht. Nicht zuletzt hat Bianca in ihrem Studio in Lugaggia ein galenisches Laboratorium eingerichtet, wo regelmässig eine Ausbildung angeboten wird.
Wir können an dieser Stelle nicht auf alle Details unserer Arbeit eingehen, die Sie in aller Ausführlichkeit auf dem Site www.pforster.ch, in unseren Broschüren und den Texten, die heute zu Ihrer Verfügung stehen, finden. Wir möchten hinzufügen, dass uns von allen Seiten Komplimente, Förderung und Ermutigungen zu Teil werden, dass unser Site von mehr als Tausend Besuchern täglich angeklickt wird und dass wir demzufolge stolz auf die Ergebnisse unserer Anstrengung sein können.
Und schliesslich ... was wir bei dieser Gelegenheit ausdrücken wollen. Es ist nicht schwer zu glauben - wenn man die Fähigkeiten und den Einsatz sieht - dass unsere Lehrlinge gute Meister werden. Wir hoffen, dass sie sich über die Wichtigkeit dieses Wissens im Klaren sind und die gleiche Freude haben es weiterzugeben wie wir, damit dieses nicht vergessen geht und der Faden der Volksmedizin weitergesponnen werden kann.
Die Aufgabe ist nicht einfach, wenn man das Trennende unserer heutigen Gesellschaft bedenkt, aber genau das ist eine Art und Weise sich dem entgegenzustellen: die Fähigkeit sich selber zu helfen, sich in diesem sanitokratischen Umfeld mehr und mehr unabhängig zu machen, was allerdings ein unsicheres Unterfangen ist.
Ein weiterer Wunsch, den wir an dieser Stelle äussern wollen betrifft, dass es den Frauen wieder zugestanden wird, dass sie die Hüterinnen über den wahren und grossen Wert der Cura sind. Wie die Soziologin Marina Piazza in einer Konferenz über die Pflegarbeit in einem Frauenleben und Familienleben sagt, ... die Bedeutung der Prinzipien ist über Jahrhunderte die des Gebens und der Liebe und hat diese Bedeutung angenommen. Sie sagt sogar:
Die Phase, in der wir uns heute befinden, scheint eine Zeit zu sein, in der die Frauen Zeit und Raum positiv beanspruchen, indem es nicht mehr verpflichtend ist, sondern im Gegenteil nährend, so dass die Situation nicht ermüdend ist, sondern gefällt. Diese Umkehr vom "elenden Zwang" zum Möglichen, Kreativen und Nährenden kann uns in einem Klima von Freiheit und starker Solidarität wohl zugestanden werden.
Deshalb ein grosses DANKE an unsere Frauen, an die Lehrlinge der Galenica, und alle MitarbeiterInnen, die uns mit ihrer Arbeit und Hilfsbereitschaft unterstützen und ohne die dieses Unternehmen nicht existieren und wachsen könnte.

Autorinnen: Elena & Bianca; Uebersetzung: Andrea
 


Referenzen:
Natura sanat, medicus curatDie Natur heilt, der Arzt pflegt Georg Groddeck 1913

 

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