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d) Gesellenzeit

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1.  St. Gallen

1.1  GALLUS

Etikettendruckmaschinen St. Gallen

1.2  BRIGITTE


Meglisalp

Rolf G. ein Sekundarschulkollege hatte mich zu einer Bergtour überredet. Etwas missmutig folgte ich ihm auf die Meglisalp.



Hoher Kasten

Dort begegneten wir zwei jungen Frauen, Brigitte B. und ihrer Freundin. Sie wollten wie wir am nächsten Tag auf den Hohen Kasten. Nach dem Abendessen beschlossen wir, die Wanderung zusammen zu machen.

Frühmorgens nach dem Schlaf im Massenlager zogen wir los, hinauf zum Sämtisersee, den wir durchschwammen und dann auf den Hohen Kasten, den wir am Mittag erreichten.

1.3  Solduno


2.  Solduno

2.1  AGIE

In der AGIE bewarb ich mich um eine Stelle als Applikationsingenieur. Ich glaubte über die notwendigen Kenntnisse aufgrund meiner autodidaktischen Studien zu verfügen. Die Zeugnisse für eine entsprechende Ausbildung fehlten mir aber. Ich wurde trotzdem zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen.
Ing. Dr. Schumacher empfing mich mit den Worten, er wollte doch den Frechling kennen lernen, der sich mit so dürftigen Unterlagen um diese Stelle bewerbe. Ich antwortete ihm, dass ich die Kenntnisse dazu trotzdem hätte. Gut, meinte er, wir wollen das gleich überprüfen.
Es folgte das seltsamste Examen das ich je erlebte: er löcherte mich drei Stunden lang mit maschinenbau- und elektrotechnischen, wirtschaftlichen, physikalischen und anwendungsmathematischen Fragen, ohne je einen Kommentar zu den Antworten abzugeben.
Am Ende gab er mir die Stelle und gratulierte zu meinem Wissen nicht ohne zu bemerken, dass ich das Können erst noch zeigen müsse.

Seit 1969 arbeitete ich also in der AGIE als Applikationsingenieur für Elektroerosionsverfahren.
Die Firma war bisher erfolgreich dank der Anstrengungen von fast tausend hochqualifizierten Mitarbeitern aus der brandneuen Leistungselektronik in Verbund mit bewährten Werkzeugmaschinenbauern und betriebseigenen Werkzeugmachern bester schweizerischer Tradition.
Während ich für die Bereitstellung der Unterlagen verantwortlich war, besorgte mein Freund Willy Joos die Ausbildung der Kunden aus aller Herren Länder.
Willy war bündnerisches Urgestein, ursprünglich Automechaniker aus der Garage seines Vaters, auslanderprobter Servicetechniker und der hemmungsloseste Mensch den ich je kannte, verheiratet mit der am Lyzeum Alpinum hoch gebildeten und polyglotten Frau Rosa.

Unsere Aufgabe der ersten Jahre war,

  • das Können der wenigen Handwerkskünstler (Werkzeugmacher) des Verfahrens zu sammeln, zu erfassen und zu ordnen,
  • mit den systematischen Untersuchungen des Technologielabors von Herrn Mattei in Uebereinstimmung zu bringen,
  • an die diesbezüglichen theoretischen, wissenschaftlich-technischen Modellvorstellungen von Dr.Ing. Schumacher anzupassen,
  • um daraus praxistaugliche Anleitungen anzufertigen und damit die Werkzeugmacher unserer Kunden auszubilden.

2.2  Elektroerosionsverfahren (Senken)

Funkenerodieren.Wikipedia.de

Das Verfahren ist eine Kombination:

  • einer hochpräzisen Werkzeugmaschine mit einem
  • leistungsfähigen elektronischen Impulsgenerator, gekoppelt mit einem
  • hochsensiblen Regler für den Abstand zwischen Werkzeug und Werkstück basierend auf dem elektrischen Widerstand zwischen den beiden und
  • einem Aggregat für die Isolations- Spül- und Kühlflüssigkeit zwischen Werkzeug und Werkstück.

Beim Senken erzeugt man also aus einer positiven Form (z.B. einer Münze) ein negatives Abbild mit dem man z.B. neue Münzen prägen kann.
Der Materialabtrag am Werkstück ergibt sich aus einer ungeheuren Anzahl aufeinanderfolgender Funken (hunderttausende bis Millionen pro Sekunde) von denen jeder eine sehr kleine Menge Material an der Oberfläche des Werkstückes verdampft, die dann mit der zirkulierenden Isolationsflüssigkeit fortgetragen wird. Der nachfolgende Funke schlägt stets an der Stelle mit dem momentan kleinsten Abstand (Widerstand) zwischen den beiden Metallelektroden über.
Das Verfahren wird sehr häufig genutzt um Präge- Giess- oder Stanzwerkzeuge für die Massenproduktion von Kleinteilen herzustellen.

Parameterbestimmung

Die qualitativen Variablen des Verfahrens waren ziemlich einleuchtend und teilweise bekannt, die quantitativen Einflüsse hingegen weniger. Ing. Mattei mit seiner Laborabteilung bestimmten ein "Modell", das die Zusammenhänge zwischen Impulsdaten und arbeitstechnischen Auswirkungen erklärte.
Dann massen sie systematisch die quantitativen Zusammenhänge:

  • zwischen den Impulsdaten und den Werten für Funkenspalt und Oberflächenrauheit,
  • sowie die Zusammenhänge zwischen Impulsdauer und Impulsstrom einerseits und Oberflächenrauheit, Abtragleistung und Werkzeugverschleiss anderseits.
Anwendung

Aufgrund dieser nun bekannten Daten erarbeiteten wir Strategien zur Arbeitsplanung und -Vorbereitung für die industrielle Fertigung konkreter Bauteile anhand von Werkzeichnungen, von der konventionellen Fertigung von Schrupp- und Schlichtelektroden aus Kupfer oder Grafit, die Halterung von Elektrode und Werkstück, die Spülung mit dielektrischer Flüssigkeit bis zu den passenden Einstellungen des Impulsgenerators.

Anschliessend unterwiesen wir die Werkzeugmacher der AGIE-Kunden in einwöchigen Kursen à ca. 20 Teilnehmer in der praktischen Anwendung und im Gebrauch der Unterlagen. Die didaktischen Anforderungen an Willy und mich waren hoch, sprachliche und kulturelle Hindernisse mit Kunden aller Herren Länder schienen oft unüberwindlich. Anderseits überraschte die gemeinsame "industrielle Kultur", die Gewohnheit zu zeichnen anstatt zu reden und eine grenzenlose gegenseitige Hilfsbereitschaft unter einfachen Handwerkern.
Es funktionierte mit oft erstaunlichen Lösungen und Erkenntnissen.

2.3  Elektroerosives Schneiden

Beim elektroerosiven Schneiden wird anstelle einer dreidimensional geformten Elektrode als Werkzeug ein dünner Kupferdraht verwendet der stetig von einer Rolle durch das Werkstück abläuft und auf einer anderen Rolle wieder aufgewickelt wird.

Das Werkstück ist auf einem Koordinatentisch befestigt, mit der die zu schneidende Bahn erzeugt wird.

2.4  Jiddisch und Hebräisch

Jiddisch

In der Mitte der sechziger Jahre las ich Der jüdische Witz von Salcia Landmann und anschliessend Jiddisch, das Abenteuer einer Sprache. Das Thema faszinierte mich - eine neue, überraschende Quelle zur Germanistik. Ich lernte, so gut es eben ging die ungewohnte Schreibweise des meiner Muttersprache (schweizerdeutsch) ähnlichen Mittelhochdeutschen, bis ich es einigermassen lesen konnte. Die zahlreichen Einsprengsel aus den slawischen Sprachen und vor allem aus dem Hebräischen machten mir Anfangs viel Mühe, aber mit zunehmender Vertrautheit mit der jiddischen Kultur wurde vieles klar.

יצחק לייב פרץ‪.‬ אן אפקןמעניש‪.‬
פארצייטיגע חםידים האבען געוואוסמ

An Afkumenisch: Jizchok Leib Perez
Farzeitige Chssidim haben gewusst, ...

Jizchok Lejb Perez: Die Busse
Die früheren Chassidim wussten,

Eine grosse Hilfe war mir:
Salomo A. Birnbaum: Grammatik der Jiddischen Sprache; Hartleben' Verlag, Wien 1918; Helmut Buske, Hamburg 1966

Auf der Suche nach verschollenen Quellen wurde ich schliesslich am jüdischen Kulturzentrum in Zürich fündig: ein junger israelischer Bibliothekar (leider erinnere ich mich nicht an seinen Namen) erschloss mir einen riesigen unterirdischen Saal mit einer nach seinen Worten fast kompletten Sammlung jiddischer Literatur vor 1940.
Manchmal kam er am Sabbat nach Locarno und brachte mir ein altes Buch mit, das er eigentlich hätte begraben sollen (Orthodoxe Juden zerstören alte Texte nicht, sondern bestatten sie in Urnen).
Ich lernte sehr viel von ihm über seine Kultur. Er hatte in Spanien über die "Kryptojuden" (formal römisch-katholische Sephardim) und Marranen geforscht und erzählte mir von Gemeinschaften, die sich ausser an das Sch'mah jissra'el ... an nichts mehr aus ihrer jüdischen Geschichte erinnerten.

Es gab erstaunliche Entdeckungen: die älteste bekannte Uebersetzung des Alten Testamentes in Deutsch war um etwa 1200 auf jiddisch für jüdische Frauen geschrieben (etwa 300 Jahre vor Luther), in schönstem, fast reinem Mittelhochdeutsch.

Es erschloss sich mir eine reiche Literatur die vor allem in New York gepflegt wird und in Isaac Bashevis Singer (יצחק באַשעוויס זינגער) ihren Höhepunkt fand.

Eine andere Seite jiddischer Kultur war für mich die Klezmer-Musik die ich nun häufig zusammen mit Brigitte hörte und manchmal auch spielte.

פּאפּיר איז דאָך װײז
papir iz dokh vays un tint iz dokh shvarts.
tsu dir mayn ziz lebn tsit dokh mayn harts.
kh´volt shtendik gezezn dray tog nokh anand,
tsu kushn dayn sheyn ponim, tsu haltn dayn hant.
...

Papier ist doch weiß, und Tinte ist doch schwarz.
Zu dir mein süße Liebe, zieht doch mein Herz.
Ich würde ständig dasitzen, drei Tage hintereinander,
zu küssen dein schönes Gesicht und zu halten deine Hand.
...

Hebräisch

Es wurde mir mit der Zeit ein Bedürfnis, die Kultur der osteuropäischen Chassidim besser zu verstehen und dazu ein wenig Hebräisch zu lernen.
Das war nicht sehr einfach. Die chassidische Tradition ist zwar jüdischen Personen zugänglich aber Aussenstehenden aus einleuchtenden Gründen eher verschlossen. Eine Ausnahme war Friedrich Weinreb, der mir im Zürich der siebziger Jahre die Grundlagen der hebräischen Zeichen und Sprache beibrachte.

Er war und ist innerhalb der jüdischen Gemeinschaft aus verschiedenen Gründen umstritten. Für mich ist er ein Beispiel geworden und geblieben, wie man gleichzeitig ein rational-kausales "wissenschaftliches" (er selbst verdiente sich sein Leben als Professor für Oekonometrie und Statistik) und ein irrational-symbolisches "kabbalistisches" Leben führen kann (Wunder der Zeichen, Wunder der Sprache).

Der Unterricht war seltsam: anfänglich zwei Lektionen. Jede Lektion war einem Buchstaben gewidmet. Zweiundzwanzig Lektionen für die Zeichen von alef bis taw. Bedeutung, Name, Zahl, Anekdote, Hieroglyphe, Zeichnung, ...

Später die Punktierung und Melodie der Sprache, eine Einführung in die Kabbalah.

Das Lesen der erste Worte. Eine seltsame Erfahrung: nicht zu Uebersetzen, aber die Worte aus der manigfaltigen Bedeutung der Zeichen zu erahnen. Die Abfolge des schreibenden Tuns gegenüber dem Werk des zeitlosen Bildes zu ermessen.

בְּרֵאשִׁ֖ית בָּרָ֣א אֱלֹהִ֑ים אֵ֥ת הַשָּׁמַ֖יִם וְאֵ֥ת הָאָֽרֶץ׃
Breschith bara elohim eth haschemajim w'eth ha'arez

Am Anfang schuf Gott Himmel und Erde.

Heute ist der Zugang zum Hebräischen einfach geworden. Die Freie Universität Berlin bietet z.B. einen Lehrgang in Judaistik an.

2.5  Gewerkschaftsarbeit

Der noch schwach industrialisierte Tessin war ein Standortvorteil für das Unternehmen - die Löhne lagen weit unter dem schweizerischen Durchschnitt. Bei der damals üblichen Geheimniskrämerei mit Lohndaten schien es jedoch unmöglich, die Abweichungen zu quantifizieren und zu beweisen.

Lohnuntersuchung

Bei einer trunkseligen Runde im Ristorante Luppatini in Losone versprach Willy, mir die Lohndaten der ganzen Belegschaft zu besorgen, sofern ich die Auswertung und statistische Aufbereitung der Daten (es gab noch keine Computer) übernähme.
Es wurde ein arbeitsreiches halbes Jahr: Willy besorgte sich die Daten mit Hilfe der Putzfrauen aus den Papierkörben der Lohnbuchhaltung und zusammen sortierten und ordneten wir die vielen Daten und verglichen sie, so gut es eben ging mit den Daten des Bundesamtes für Statistik, publiziert in ihrem Organ, der "Volkswirtschaft".
Das Ergebnis zeigte einen Lohnrückstand von rund -25% auf den schweizerischen Durchschnitt, den wir so dokumentierten, dass jeder Mitarbeiter seinen Solllohn abschätzen konnte. Das ganze hängten wir kurz vor Beginn der jährlichen Lohngespräche in die Anschlagkästen der Firma.
Sie hingen nur wenige Stunden dort, aber Kopien davon fand man in der ganzen Firma.

Dem Vernehmen nach waren die Lohnverhandlungen bewegt, bewirkten aber eine gewisse Milderung des Lohngefälles und kosteten das Unternehmen etwa 80 Franken pro Angestellten und Monat, immerhin etwa 1 Million Franken pro Jahr.
Erstaunlicherweise war die damalige Unternehmensleitung: Gründer und Besitzer Dr. Ullmann, Rechtsanwalt Gysin und Ing. Donati sportlich. Willy und ich erlitten ausser Gardinenpredigten keine Sanktionen.

Die neu installierte Betriebskommission meldete sich und lud uns für diesbezügliche und gewerkschaftliche Aktivitäten ein.
Willy hatte andere Pläne und wechselte kurz danach als Leiter der Vertretung von Ciba-Geigy (heute Novartis) nach Moskau. VR-Präsident von Planta soll bemerkt haben, dass Ciba ihm die fehlenden Kenntnisse schon beibringen werde, es genügten seine nicht lernbaren Fähigkeiten und Erfahrungen.

OCST

Carlo Rondelli

Der Leiter der Betriebskommission von AGIE Carlo Rondelli überzeugte mich, in seiner Gewerkschaft OCST (Organizzazione cristiano sociale Ticinese) mitzuarbeiten.


Monsign. Biffi

Eine eindrückliche Begegnung ergab sich während eines Essens mit meinem Tischnachbarn Monsignore Biffi, Leiter einer Schule im Vatikan. Nach einem längeren Gespräch über die jiddische und jüdische Kultur (mit der ich mich in den letzten Jahren intensiv beschäftigt hatte) lud er mich zum Studium an seine Schule ein und stellte mir ein Volontariat an der Vatikanischen Bibliothek in Aussicht.

Bald war ich zusammen mit Lorenzo Jelmini Tessiner Delegierter.


Lorenzo Jelmini

Das bedeutete eine monatliche abendliche Gewerkschaftssitzung in Olten, was ziemlich unbequem war: ich musste bei der Rückreise in Bellinzona den ersten Zug nach Locarno abwarten; zwischen Mitternacht und sechs Uhr früh gab es keine Verbindung nach Locarno und ich hatte kein Auto.

Streikrecht

Nach einiger Zeit und im Zusammenhang mit Diskussionen über das Schweizerische Streikrecht fasste ich von der Tessiner Sektion den Auftrag, eine Arbeit darüber zu schreiben.


Amalie & Leo Pinkus

Ich machte mich an die Arbeit. Die grösste Hilfe war die 1971 von Amalie und Theo Pinkus gegründete "Studienbibliothek zur Geschichte der Arbeiterbewegung" und meine persönlichen Kontakte zu Leo. Daraus exzerpierte ich die relevanten Passagen zum Thema mit besonderem Gewicht auf den Generalstreik von 1918 und die politischen und juristischen Konsequenzen der nächsten fünfzig Jahre.

Nach etwa einem Jahr lieferte ich die Arbeit versehen mit dezidierten persönlichen Schlussfolgerungen, Kommentaren und Empfehlungen ab. Die Reaktion war heftig: ich wurde zu einer Aussprache nach Lugano zitiert, bei der ich etwa einem halben Dutzend rechtsgelehrter Politiker und Gewerkschafter Rede und Antwort stand. Deren Schlussfolgerungen waren waren den meinen grossenteils diametral entgegengesetzt und führten zu heftigen und emotionalen Disputen.

Da ich keine Lust auf politische Grabenkämpfe hatte sind wir übereingekommen, dass ich ihnen das Papier zur freien Verwendung überlasse und ich die Angelegenheit weder publizistisch noch sonstwie weiter verfolgen werde. Ich bin aus der Gewerkschaft ausgetreten und habe nie wieder von der Sache gehört.

2.6  Regina

Regina Gfeller lernte ich als Sekretärin bei meiner Arbeit in der AGIE kennen. Ich verliebte mich in sie und es begann eine jahrelange tiefe Beziehung.

2.7  Blockflöte

2.8  Dienstverweigerung

Wie alle Schweizer Jungen wurde ich mit achzehn Jahren vom Militärdepartement begutachtet (Aushebung) und infolge erheblicher Sehbehinderung dem unbewaffneten "Intellektuellen Hilfsdienst" zugeteilt.

Militärdienst

Das bedeutete eine verkürzte "Rekrutenschule" bei der ich in Kloten als "Telefonist" ausgebildet wurde. Wir lernten an uralten Apparaten mit Handbetrieb Telefonverbindungen aufzubauen und Mitteilungen streng nach militärischem Protokoll zu übermitteln. Der Rest war die übliche Einführung in das Soldatenleben mit seinen sozialen Formen und Gepflogenheiten.
Später wurde ich als Telefonist einer unbewaffneten Sanitätstruppe zugeteilt und leistete einen dreiwöchigen Wiederholungskurs mit Sanitätsgrundausbildung in Wil: Bergung, Verletztentransport, erste Hilfe, Notverbände, Mund- zu Mundbeatmung, ... . Immerhin nützlich.

Dienstverweigerung

In der Zwischenzeit war ich zum Entschluss gelangt keinen Militärdienst mehr leisten zu wollen.
Auf den Marschbefehl zum nächsten Wiederholungskurs schrieb ich deshalb zurück, dass ich ihm aus ethischen Gründen nie mehr Folge leisten würde. Der Kommandant versuchte mich vom Gegenteil zu überzeugen, konnte mich jedoch nicht davon entbinden und stellte mir die militärstrafrechtlichen Folgen für den Fall des nicht Erscheinens (Insubordination) in Aussicht.
So geschah es und bald darauf hatte ich die Strafanzeige, einen Untersuchungsbefehl und die Vorladung, ordnungsgemäss militärisch gekleidet vor dem Untersuchungsrichter in Zürich zu erscheinen.
Ich erschien (zivil gekleidet), wurde etwa zwei Stunden verhört, über die möglichen Folgen aufgeklärt und bekräftigte meine Absicht, trotz Strafe auch künftigen Marschbefehlen keine Folge mehr zu leisten.
Im zweiten Teil des Verhörs erfragte der Untersuchungsrichter Einzelheiten über meine "ethischen Gründe" und versuchte sie mit moralischen, egoistischen, psychischen, weltanschaulichen, politischen und anderen Motiven zu relativieren.

Er entliess mich mit der Aussicht, gegen mich den Militärstrafprozess wegen Insubordination mit Verdacht auf Wiederholung einzuleiten und teilte mir einen Militärjuristen (in Ermangelung eines eigenen) als Rechtsbeistand zu.

Militärstrafprozess

Lange Zeit später wurde ich zum Militärprozess in Frauenfeld vorgeladen, der dann nach Konsultation mit meinem Rechtsbeistand auch stattfand.

Es war schwierig, nicht in eine der zahllosen Fallen zu laufen:

  • nach damaliger Rechtsauffassung wurde streng zwischen ethischem (absolutem) und moralischem (relativen) Gewaltverzicht unterschieden. Moralisch war strafverschärfend.
  • ideologische, politische und andere weltanschauliche Argumente wurden als "moralisch" gewertet
  • inkohärente Argumente wurden als Zeichen nicht gefestigter und folglich widerrufbarer Ueberzeugungen gewertet
  • usw.

Es war ein Eiertanz der mir anscheinend ziemlich gut gelang. Ich wurde mit nur drei Monaten Freiheitsentzug und mit Ausschluss aus der Schweizer Armee bestraft (womit ich nicht weitere Male wegen Insubordination prozessiert werden konnte).

2.9  La Stampa

2.10  Querflöte

Fausto R.
Filarmonia Ascona


2.11  ASTROL Spin off

2.12  Barbara

2.13  Bianca


Bianca B. lernte ich durch ihren Mann Matteo beim Essen im Ristorante Centovalli in Ponte Brolla kennen. Sie begeisterte sich für meine Kenntnisse in "alten Wissenschaften" und wurde für einen Abend pro Woche meine Schülerin dafür: Kartenlegen, Handlesen, Pendeln, Volksmedizin ... .
Zu dieser Zeit war sie Vorsteherin eines Advokaturbüros in Lugano.


Später übernahm sie die Verwaltung einer Liegenschaft in Cadenazzo.


Dann wurde sie als Direktorin der Stiftung La Fonte für geistig Behinderte berufen.



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Page last modified on July 15, 2018, at 12:02 PM